Rom – Civita Castellana – Lago di Corbara – Todi | ca. 170 km

Nach zweieinhalb intensiven Tagen heißt es Abschied nehmen von Rom. Ein letztes Mal führt uns der Weg entlang der Mauern des Vatikans und vorbei an der Engelsburg.

Diesmal nehmen wir die SS3, die Via Flaminia, Richtung Norden. Nach dem dichten Verkehr Roms wird es zunehmend ruhiger. Olivenhaine und Hasselnusssträucher begleiten uns. Nur selten sehen wir Rebstöcke.

Einen Abstecher machen wir nach Civita Castellana, einer auf einem Tuffplateau gelegenen Stadt. Danach geht es weiter Richtung Umbrien. Die Landschaft wird zunehmend grüner und hügeliger. Über kleinere Orte und Straßen nähern wir uns dem Lago di Corbara, einem Stausee des Tibers.

Todi – eine Entdeckung

Schon die Anfahrt macht klar, dass Todi etwas Besonderes ist. Die Stadt liegt weithin sichtbar auf einem Hügel über dem Tibertal. Oben angekommen, eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die umbrische Landschaft.

Todi blickt auf eine mehr als 2.000-jährige Geschichte zurück. Auf die Umbrer und Etrusker folgten die Römer; im Mittelalter entwickelte sich Todi zu einer bedeutenden freien Kommune. Das Zentrum bildet die Piazza del Popolo, umgeben vom Dom sowie den mittelalterlichen Stadtpalästen. Unter dem Platz befinden sich noch heute große römische Zisternen. Etwas außerhalb der Stadtmauern steht mit Santa Maria della Consolazione zudem einer der bedeutendsten Renaissancebauten Umbriens. 

Uns begeistert vor allem die Lage. Von den Aussichtspunkten der Altstadt reicht der Blick weit über die Hügel und Täler Umbriens. Nach dem Trubel von Rom ist Todi ein wohltuender Kontrast: überschaubar, ruhig und dennoch voller Geschichte.

Schwebende Felsen auf der Piazza

Und wir haben mit unserem Besuch besonderes Glück. Genau heute, am 28. August, wird auf der Piazza del Popolo ein neues Werk der polnischen Künstlerin Alicja Kwade eröffnet. Ihre monumentale Installation „ParaPosition“ ist rund sechs Meter hoch und sieben Meter breit. Zwei Rahmen aus Stahlträgern tragen zwei große Felsblöcke, die über dem Platz zu schweben scheinen. Darunter steht ein einzelner Stuhl. Das Kunstwerk beschäftigt sich mit Gewicht, Schwerkraft, Fragilität und unserer Wahrnehmung davon. 

Beim Betrachten kommt unweigerlich ein Gedanke an Schwaz auf: Wäre eine solche künstlerische Auseinandersetzung mit Fels, Schwerkraft und Bedrohung nicht auch eine Inspiration für unseren Eiblschrofen-Felssturz? Todi zeigt jedenfalls eindrucksvoll, wie zeitgenössische Kunst in einem historischen Stadtraum einen völlig neuen Akzent setzen kann.

Ein Abend unter Freunden

Der Tag endet schließlich so, wie ein guter Reisetag in Italien enden sollte: bei einem gemeinsamen Essen. In der Osteria Valle treffen wir Andrea, den Betreiber der Schwazaria in Schwaz.