Etappe 4 Sabbioneta – Pistoia
Etappe 4 – Sabbioneta nach Pistoia
Der Tag beginnt mit einer positiven Überraschung. Für ein paar Euro haben wir im Albergo Giulia Gonzaga noch ein Frühstück dazugebucht – und das hat es in sich. Selbstgemachte Marmeladen und Kuchen, acht verschiedene Käsesorten aus der Region, Parmaschinken und vieles mehr. Ein absoluter Hochgenuss und genau die richtige Grundlage für den heutigen Fahrtag.
Wir verlassen Sabbioneta, das gerade einmal rund 18 Meter über dem Meer liegt, und fahren zunächst Richtung Parma. Die Stadt selbst umfahren wir entlang der äußeren Stadtmauer. Unser erster längerer Halt ist Traversetolo. Dort geraten wir mitten in einen riesigen Markt: Kleider, Schuhe, Obst, Gemüse, Lebensmittel und alles Mögliche dazwischen. Einen Markt in dieser Dimension habe ich bisher noch nirgends gesehen.
Nach Traversetolo ändert sich der Charakter der Etappe grundlegend. Die Ebene liegt hinter uns, und es geht hinein in den Apennin. Auf der SP513 steigt die Straße immer weiter an. Kurve folgt auf Kurve. Was anfangs noch nach Abenteuer aussieht und mit den Straßen durch die dichten Wälder durchaus beeindruckt, wird mit zunehmender Fahrtdauer immer mehr zur Strapaze.
Über Castelnovo ne’ Monti geht es weiter auf kleineren Bergstraßen, unter anderem über SP9 und SP486. Zwischendurch gönnen wir uns noch eine Jause und eine kurze Pause in Prevepelago, bevor es kurvig weitergeht.
Den höchsten Punkt des Tages erreichen wir auf dem Abetonepasss auf rund 1.350 Metern Seehöhe. Danach geht es wieder hinunter Richtung Toskana und unserem Tagesziel Pistoia. Pistoia
Pistoia ist eine alte Bischofsstadt in der nördlichen Toskana, die im Vergleich zu Florenz oder Pisa angenehm unaufgeregt wirkt. Das historische Zentrum ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Mittelpunkt ist die Piazza del Duomo mit der Kathedrale San Zeno, dem Baptisterium und dem Bischofspalast. Am Abend füllen sich die kleinen Plätze und Gassen mit Leben – Restaurants, Bars und Einheimische sorgen für eine gemütliche Atmosphäre.
Am Ende stehen 223 Kilometer auf dem Tacho und rund sieben Stunden im Sattel. Eine landschaftlich beeindruckende Etappe, aber auch eine der anstrengendsten bisher. Ich bin froh, Pistoia gut und wohlbehalten erreicht zu haben.
Wir übernachten im Boutique Hotel Palazzo 42 mitten in Pistoia und bekommen überraschend ein Upgrade auf eine Suite. Die Unterkunft liegt zentral, das Personal ist freundlich und die Zimmer sind ein Hammer. Nach sieben Stunden auf der Vespa eine Wohltat.





















