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Etappe 5 – Toskana pur: Pistoia nach Cetona

Der Tag beginnt mit einem Frühstück im Nachbargebäude unseres Hotels – in einer faszinierenden kleinen Pasticceria. Ein guter Kaffee, frisches Gebäck und italienisches Treiben rundherum: ein passender Start in einen Tag, der ganz im Zeichen der Toskana stehen sollte. Bevor wir Pistoia verlassen, bedanken wir uns noch im Boutique Hotel Palazzo 42 für das kostenlose Upgrade auf eine Suite. Ein wunderbarer Aufenthalt.

Dann geht es los. Unser heutiges Ziel ist Cetona im Süden der Toskana. Wir fahren zunächst Richtung Florenz und weiter durch die typische Hügellandschaft. Besonders die Gegend westlich und südwestlich von Florenz lässt das Herz höherschlagen: Weinberge, Olivenhaine, Zypressen, alte Gutshöfe und kleine Straßen, die sich durch die Hügel ziehen. Es sind diese Kilometer, die einem auf der Vespa begeistern.

Ein Abstecher führt uns nach San Gimignano. Wer den Ort noch nicht kennt, sollte ihn wohl einmal gesehen haben. Wer schon einmal hier war, könnte ihn bei einer nächsten Reise aber durchaus links liegen lassen. Die mittelalterliche Kulisse mit ihren berühmten Geschlechtertürmen ist beeindruckend, doch der Ort ist heillos mit Touristen überlaufen. Auch beim Café am Hauptplatz bleibt ein schaler Beigeschmack: Fünf Euro für einen Becher voller Eiswürfel mit einem kleinen Schuss Cola sind schon bemerkenswert. Da fragt man sich unweigerlich: Muss das sein? Lässt die Qualität nach, wenn die Gäste ohnehin kommen – oder ist es schlicht die Gier?

Wir lassen den Trubel hinter uns und fahren weiter, vorbei an Siena und hinunter nach Buonconvento. Die Landschaft verändert sich dabei immer wieder. Gerade das macht die Toskana aus: Sie besteht eben nicht nur aus den bekannten Postkartenmotiven mit Zypressen und sanften Hügeln, sondern zeigt auf relativ kurzer Strecke ganz unterschiedliche Gesichter.

Am Nachmittag führt uns die Straße weiter Richtung Süden. Nach rund 220 Kilometern und etwa sechs Stunden Fahrtzeit erreichen wir gegen 17 Uhr Cetona. Dort hat meine Schwester eine Villa gemietet, und nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage fühlt es sich fast ein wenig wie Heimkommen an.

Die Vespa wird abgestellt, der Fahrtag ist vorbei und der Abend gehört der Familie. Bei einem gemeinsamen Essen lassen wir die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.

Etappe 4 – Sabbioneta nach Pistoia

Der Tag beginnt mit einer positiven Überraschung. Für ein paar Euro haben wir im Albergo Giulia Gonzaga noch ein Frühstück dazugebucht – und das hat es in sich. Selbstgemachte Marmeladen und Kuchen, acht verschiedene Käsesorten aus der Region, Parmaschinken und vieles mehr. Ein absoluter Hochgenuss und genau die richtige Grundlage für den heutigen Fahrtag.

Wir verlassen Sabbioneta, das gerade einmal rund 18 Meter über dem Meer liegt, und fahren zunächst Richtung Parma. Die Stadt selbst umfahren wir entlang der äußeren Stadtmauer. Unser erster längerer Halt ist Traversetolo. Dort geraten wir mitten in einen riesigen Markt: Kleider, Schuhe, Obst, Gemüse, Lebensmittel und alles Mögliche dazwischen. Einen Markt in dieser Dimension habe ich bisher noch nirgends gesehen.

Nach Traversetolo ändert sich der Charakter der Etappe grundlegend. Die Ebene liegt hinter uns, und es geht hinein in den Apennin. Auf der SP513 steigt die Straße immer weiter an. Kurve folgt auf Kurve. Was anfangs noch nach Abenteuer aussieht und mit den Straßen durch die dichten Wälder durchaus beeindruckt, wird mit zunehmender Fahrtdauer immer mehr zur Strapaze.

Über Castelnovo ne’ Monti geht es weiter auf kleineren Bergstraßen, unter anderem über SP9 und SP486. Zwischendurch gönnen wir uns noch eine Jause und eine kurze Pause in Prevepelago, bevor es kurvig weitergeht.

Den höchsten Punkt des Tages erreichen wir auf dem Abetonepasss auf rund 1.350 Metern Seehöhe. Danach geht es wieder hinunter Richtung Toskana und unserem Tagesziel Pistoia. Pistoia

Pistoia ist eine alte Bischofsstadt in der nördlichen Toskana, die im Vergleich zu Florenz oder Pisa angenehm unaufgeregt wirkt. Das historische Zentrum ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Mittelpunkt ist die Piazza del Duomo mit der Kathedrale San Zeno, dem Baptisterium und dem Bischofspalast. Am Abend füllen sich die kleinen Plätze und Gassen mit Leben – Restaurants, Bars und Einheimische sorgen für eine gemütliche Atmosphäre.

Am Ende stehen 223 Kilometer auf dem Tacho und rund sieben Stunden im Sattel. Eine landschaftlich beeindruckende Etappe, aber auch eine der anstrengendsten bisher. Ich bin froh, Pistoia gut und wohlbehalten erreicht zu haben.

Wir übernachten im Boutique Hotel Palazzo 42 mitten in Pistoia und bekommen überraschend ein Upgrade auf eine Suite. Die Unterkunft liegt zentral, das Personal ist freundlich und die Zimmer sind ein Hammer. Nach sieben Stunden auf der Vespa eine Wohltat.