Schlagwortarchiv für: Trient

Etappe 2: Von Auer nach Trient – Dem Regen voraus

Freitag | ca. 50 km | Auer – Trient

Unsere zweite Etappe ist eigentlich nur die Fortsetzung der ersten. Ursprünglich hatten wir eine längere Tagesstrecke geplant, doch die Wetterlage hat unsere Planung verändert. Für den Nachmittag sind stärkere Regenfälle angekündigt. Deshalb wollen wir die rund 50 Kilometer von Auer nach Trient möglichst früh hinter uns bringen.

Nach einem sensationellen Frühstück im Turmwirt in Auer starten wir bereits um 8:30 Uhr.

Die ersten Kilometer führen uns durch die typische Landschaft des Südtiroler Unterlands. Links und rechts der Straße wechseln sich Apfelplantagen und Weingärten ab. Die Strecke ist zunächst angenehm zu fahren und wir kommen gut voran.

In der zweiten Hälfte der Fahrt erreicht uns allerdings der angekündigte Regen früher als erwartet. Besonders unangenehm ist, dass wir einen Teil der Strecke auf der Schnellstraße zurücklegen müssen. Bei Regen, nasser Fahrbahn und dem Spritzwasser kein besonderes Vergnügen. Entsprechend froh sind wir, als wir schließlich das Zentrum von Trient erreichen.

Dort beziehen wir eine kleine, feine Pension in zentraler Lage. Soul of Trento – Grand Lachman Palace. Die Art des Eincheckens ist allerdings gewohnheitsbedürftig. Einen Gastgeber bekommen wir nicht zu Gesicht. Anmeldung, Zugang und Check-in funktionieren ausschließlich online. Praktisch ist es, persönlich eher weniger.

Da unsere Vespas für heute Pause haben, nutzen wir den restlichen Tag für einen Rundgang durch Trient. Die Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Unser Weg führt uns zum Dom und durch die Straßen und Plätze des historischen Zentrums.

Alte Verbindungen zwischen Schwaz und Trient

Trient ist für uns nicht nur ein Etappenziel auf dem Weg nach Rom. Zwischen Schwaz und Trient bestehen seit Jahrhunderten historische Verbindungen. Eine davon führt zum Geschlecht der Frundsberger, das eng mit Schwaz verbunden war. Ulrich von Frundsberg wurde Ende des 15. Jahrhunderts Fürstbischof von Trient und übte dieses Amt von 1488 bis zu seinem Tod 1493 aus. Er wurde im Dom von Trient beigesetzt. (Wikipedia⁠)

Auch in der Gegenwart gibt es enge Kontakte. Schwaz pflegt eine Partnerschaft mit dem Trienter Stadtteil Argentario. Interessant ist dabei bereits der Name: Argentario bedeutet sinngemäß „Silberberg“ – eine passende Verbindung zur Silberstadt Schwaz. Ausgangspunkt der modernen Kontakte war unter anderem eine Schulpartnerschaft zwischen der Johannes-Messner-Schule in Schwaz und der Schule R. Zandonai in Martignano. 1999 wurde ein Freundschaftsprotokoll zwischen Schwaz und Argentario unterzeichnet, später wurde die Partnerschaft weiter vertieft. (Comune di Trento⁠)

Die schulischen Kontakte werden bis heute weitergeführt und ausgebaut. Auch zwischen der HAK Schwaz und einer Schule in Trient gibt es aktuelle Bemühungen um eine Euregio-Schulpartnerschaft und einen regelmäßigen Schüleraustausch. (hak-schwaz.at⁠)

Der Dom von Trient

Ein Fixpunkt unseres Stadtrundgangs ist der Dom San Vigilio. Seine Geschichte reicht weit zurück. Unter dem heutigen Dom befinden sich die Reste einer frühchristlichen Basilika aus dem späten 4. Jahrhundert. Auch der heilige Vigilius, Bischof und Schutzpatron von Trient, wurde hier bestattet. (Cultura Trentino⁠)

Seine große historische Bedeutung erhielt der Dom vor allem durch das Konzil von Trient, das von 1545 bis 1563 dauerte und zu den wichtigsten Ereignissen der katholischen Kirchengeschichte zählt. Im Dom fanden bedeutende Sitzungen statt; hier wurden am Ende des Konzils auch dessen Dekrete feierlich verkündet. (Cultura Trentino⁠)

Warum steht Neptun mitten in Trient?

Direkt vor dem Dom fällt auf der Piazza del Duomo der große Neptunbrunnen ins Auge. Ein Meeresgott mitten in einer Alpenstadt wirkt zunächst etwas ungewöhnlich.

Der Brunnen entstand im 18. Jahrhundert und hatte neben seiner repräsentativen Funktion einen sehr praktischen Zweck: Er sollte die Stadt mit sauberem, ständig fließendem Wasser versorgen. Der Zusammenhang mit Neptun dürfte auch ein Wortspiel sein. Der römische Name Trients lautet Tridentum – und der Dreizack, italienisch „tridente“, ist bekanntlich das wichtigste Attribut des Meeresgottes Neptun. Die heutige Neptunfigur auf dem Brunnen ist eine Bronzekopie; das Original wurde zum Schutz an einen anderen Ort gebracht. (YouTube⁠)

Damit endet unsere kurze zweite Etappe nach nur rund 50 Kilometern auf der Vespa, dafür mit deutlich mehr Kilometern zu Fuß.

Für morgen sieht der Wetterbericht wesentlich besser aus. Das ist auch notwendig, denn nun soll unsere Reise wieder richtig Fahrt aufnehmen: Von Trient geht es entlang dem Gardasee und anschließend weiter Richtung Süden nach Sabbiato.