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Etappe 6 – Cetona nach Rom: Ziel erreicht

Gut gestärkt durch ein Frühstück bei meiner Schwester machen wir uns auf zur letzten Etappe unserer Hinfahrt. Heute geht es von Cetona nach Rom. In der Nacht hat ein heftiges Gewitter die Gegend überzogen. Noch ahnen wir nicht, dass wir selbst in eines geraten werden.

Unterwegs wird der Himmel immer dunkler, bis das Gewitter schließlich mit voller Wucht losbricht. Zum Glück erwischt es uns nicht irgendwo auf offener Straße, sondern direkt vor einer Bar. Die „La Pantera“ – unsere Pantherbar – wird für die nächsten eineinhalb Stunden unser unfreiwilliges Zuhause. Es bleibt nichts anderes übrig, als bei Kaffee und Aperol zu warten, bis das Schlimmste vorbei ist.

Danach klart der Himmel langsam wieder auf und wir setzen unsere Fahrt Richtung Lago di Bolsena fort. Nach dem Gewitter zeigt sich die Landschaft wieder von ihrer freundlicheren Seite und wir genießen die Fahrt entlang des Sees.

Von dort machen wir noch einen Abstecher von etwa 15 Kilometern nach Civita di Bagnoregio. Der kleine Ort liegt spektakulär auf einem Tuffsteinfelsen und ist heute nur noch über eine lange Fußgängerbrücke erreichbar. Seine Ursprünge reichen bis in die Zeit der Etrusker zurück. Durch die ständige Erosion des weichen Gesteins wurde Civita immer stärker von seiner Umgebung abgeschnitten und trägt deshalb auch den Beinamen „la città che muore“ – die sterbende Stadt. Schon der Blick auf den Ort mit seinen alten Häusern hoch über den Tälern ist den Umweg wert.

Danach geht es endgültig Richtung Rom. Wir erreichen die SS2 – die Via Cassia und folgen ihr über Viterbo und weiter nach Süden. Auch hier fährt ein Stück Geschichte mit: Die heutige SS2 folgt über weite Strecken der antiken Via Cassia, einer der bedeutenden römischen Fernstraßen. Sie verband Rom mit Etrurien und führte weiter Richtung Florenz.

Die letzten Kilometer ziehen sich. Nach sechs Tagen, vielen Kurven, Bergen, Hitze und heute auch noch einem ordentlichen Gewitter taucht schließlich Rom vor uns auf.

Gegen 18 Uhr, nach rund 220 Kilometern, ist es geschafft. Wir erreichen unser Apartment in unmittelbarer Nähe des Petersdoms. Die Vespas kommen in die Garage – und dort bleiben sie erst einmal stehen.

Wenig später treffen auch Max und Jakob ein. Die Familie ist vereint, Rom ist erreicht und mein Traum erfüllt.