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Zeit für ein paar Worte über unsere Vespas

Schließlich haben sie uns auf dieser Reise über insgesamt 2.222 Kilometer durch Italien getragen – und beide haben die gesamte Strecke ohne technische Probleme überstanden.

Ich selbst bin mit einer Vespa PX 125 E, Baujahr beziehungsweise Erstzulassung 1996, unterwegs. Sie ist damit heuer genau 30 Jahre alt. Vier Gänge, Handschaltung und Zweitaktmotor – auf einer solchen Reise bedeutet das deutlich mehr Arbeit als auf einem modernen Roller. Vor allem in den Bergen wird ständig zwischen den vier Gängen gewechselt. Bergauf heißt es rechtzeitig zurückschalten und Schwung mitnehmen.

Die zweite Vespa ist mit rund 15 Jahren etwa halb so alt, ebenfalls eine 125er und entsprechend etwas moderner und ohne Handschaltung.

Benzin, Zweitaktöl und italienische Tankstellen

Bei meiner alten PX gehört neben Benzin auch das Zweitaktöl zur Grundausstattung. Über die gesamte Reise lag der Ölverbrauch bei knapp zwei Litern. Ein kleiner Vorrat ist deshalb immer mit dabei.

Beim Tanken fällt vor allem in Mittelitalien ein deutlicher Unterschied zu Österreich auf. Bei uns entwickeln sich Tankstellen immer mehr zu kleinen gesellschaftlichen Treffpunkten: Café, Supermarkt, Imbiss inklusive Bankomat. In Italien erleben wir häufig genau das Gegenteil. Viele Tankstellen bestehen praktisch nur noch aus den Zapfsäulen. Kein Personal, kein Shop, kein Kaffee – bezahlt und getankt wird ausschließlich über Automaten.

Der Benzinpreis lag auf unserer Reise im August 2026 im Schnitt bei ziemlich genau zwei Euro pro Liter.

Ohne Strom geht auch bei einer alten Vespa nichts mehr

So analog eine 30 Jahre alte Vespa auch sein mag, ganz ohne moderne Technik geht es heute kaum mehr. Die Navigation läuft während der gesamten Fahrt über das Smartphone. Eine zuverlässige Stromversorgung beziehungsweise eine zusätzliche Powerbank ist deshalb auf einer solchen Tour praktisch unverzichtbar.

Bei der Frage nach der idealen Navi-App bin ich nach 2.222 Kilometern allerdings noch immer nicht ganz entschieden. Google Maps, Calimoto und andere Lösungen haben jeweils ihre Stärken und Schwächen. Gerade mit einer 125er ist die Aufgabenstellung speziell: Wir wollen schöne Nebenstraßen fahren und Autobahnen sowie Schnellstraßen vermeiden, gleichzeitig aber auch nicht von der Navigation auf jeden noch so kleinen, steilen und kurvenreichen Bergweg geschickt werden. Für Tipps zur wirklich idealen Navi-App für solche Touren bin ich daher weiterhin dankbar.

Ein kleines technisches Highlight: unser Intercom

Sehr bewährt hat sich hingegen unsere Intercom-Anlage zwischen den beiden Helmen. Damit bin ich während der Fahrt ständig mit meiner Frau verbunden. Wir können Abzweigungen besprechen, auf Hindernisse aufmerksam machen oder spontan entscheiden, ob wir anhalten, eine Pause einlegen oder die Route ändern.

Gerade wenn man mit zwei Vespas über viele Tage und Tausende Kilometer unterwegs ist, möchte ich darauf inzwischen nicht mehr verzichten.

Und am Ende bleibt wohl die wichtigste Erkenntnis: 2.222 Kilometer durch Italien, zwei 125er-Vespas und kein einziges technisches Problem. Viel mehr kann man von seinen Reisebegleitern eigentlich nicht verlangen.